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| Holzpellets Die Heizungsanlage - Gastbeitrag |
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Entwicklung von
Pelletheizanlagen von Herrn Prok. Ing.
Günther Huemer - |
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Nachfolgend erhalten Sie einen groben Überblick über den Aufbau und die Funktionsweise von modernen Holzpellets-Verbrennungsanlagen im Kleinstleistungsbereich. Diese Anlagengröße stellt das größte Potential zukünftiger Biomasseheizungen:
1) Grundlagen über die Pelletsverbrennung
Bei der Holzverbrennung kennt man folgende Zustände, welche bei den automatischen Anlagen auf engstem Raum ablaufen und deshalb oft nicht klar getrennt werden können:
Erwärmung und Trocknung:
Wenn die einzelnen Holzpellets aus dem Schneckenkanal in die
Reaktionszone fallen, findet im Fallschacht bei Temperaturen über 100 -
850 °C im Holz die Vortrocknung des Materials statt, indem das im Holz
gebundene Wasser verdampft.
Pyrolyse oder Entgasung: In der schamottierten
Reaktionszone (im Glutbereich), bei Temperaturen von ca. 800 °C findet die
chemische Zersetzung des Holzes statt. Man spricht bei diesen hohen
Temperaturen von einer CO-Verbrennung (Schwelgasverbrennung).
In diesem
Bereich ist ein gleichmäßiges Temperaturniveau unter
Sauerstoffmangel gegeben. Je nach Reinheit der Holzpellets, nach
Korngröße und nach Atmosphäre ergeben sich verschiedene
Ascheschmelzpunkte (Holz normal 1150 °C). Die Überschreitung der
Ascheschmelzpunkte führt zu einem extremen Angriff auf
Feuerraumauskleidungen und zum Verkleben der Ascherückstände. Bereits
bei Temperaturen von über 800 °C ist ein stärkerer Angriff auf
das Feuerraummaterial festzustellen.
Als Primärluft wird jene Luftzuführung bezeichnet, welche für diesen Schwelgasbildungsprozess benötigt wird. Diese Primärluft wird normalerweise als Luft in die Glutzone über den Rost oder bei Retortenfeuerungen über die inneren Luftöffnungen des Retortentellers eingebracht. Sie dient gleichzeitig zur Stabilisierung der Feuerraumtemperatur. Die Primärluftmenge und die Gluthöhe beeinflussen die Bildung thermischer Stickoxyde. Bei großem Glutbett mit geringer Primärluftmenge fällt der NOX-Gehalt deutlich geringer aus als bei niedrigem Glutbett und viel Primärluft.
Oxydation oder Verbrennung:
Über der Glutzone im Reaktionskanal werden die Schwelgase mit
Hilfe von heißer Luft (Sekundärluft) bei Temperaturen über 1000
°C gezündet und vollständig verbrannt. Hier ist es wichtig, die
Luftführungen so zu wählen, dass eine möglichst gute
Durchmischung von Luft und Gas entsteht. Sich am Flammenaustritt
verjüngende Düsengeometrien eignen sich optimal für
bestmögliche Durchmischung von Primär- und Sekundärluft. Der
Zündbereich ist ständig mit Temperatur zu versorgen.
Wärmespeichernde Flammkanäle bieten gleichmäßige
Verbrennungsbedingungen. Um ein optimales Ausbrennen der Gase zu
ermöglichen, ist eine möglichst lange Verweilzeit in einer
heißen Zone zu sichern (z.B.: keramische Nachverbrennungskammer). Leichte
Nachverbrennungskammern vermindern die Startemissionen.
2) Wärmeübertragung einer modernen Holzpelletsheizung
Die Wärmeabgabe erfolgte früher
und auch heute noch direkt an die umgebende Raumluft. Hierbei ist es jedoch
schwierig, eine optimale Ausbeute aus den Abgasen (mit niedrigen
Abgastemperaturen) sicherzustellen. Je wärmer der Raum, desto heißer
werden die Abgase, speziell in den Fällen, bei denen eine stufenlose
Leistungsregelung nicht möglich ist oder war. Einsatzfall: Etagenkessel,
Raumheizöfen, Kachelöfen.
Im Bereich der Wärmeversorgung
für mehrere Räume bzw. ganze Häuser ist es nötig, eine
genau definierte Wärmeabgabe zu schaffen. Dies erfolgt über
Wärmetauscher, in denen das ausgebrannte Schwelgas (Abgas) die Energie an
das Heizungswasser abgibt. Wichtig ist dabei einen Wärmetauscher zu
schaffen, der in einem möglichst großen Leistungsfeld optimal
arbeitet. Im Normalfall sieht dies so aus, dass die meisten Bereiche wie
Füll- und Brennraum mit einem Wassermantel versehen sind, jedoch nur einen
geringen Teil der Wärme übergeben. Der eigentliche Wärmetausch
erfolgt in einem Platten- bzw. Rohrwärmetauscher, welcher der Brennzone
nachgeschaltet ist.
| Um in
einem möglichst großen Leistungsbereich und eine optimale
Wärmeübergabe zu ermöglichen, d.h. eine Abgastemperatur zwischen
130 und 200 °C zu halten, wäre neben einer optimalen
Verbrennungssteuerung eine leistungsabhängige Wärmeabgabe ideal. Der
Wärmetausch kann idealerweise durch einen Rohrwärmetauscher mit
Wirbulatoren erfolgen. Im Nennlastbereich hat die Anlage eine hohe
Gasgeschwindigkeit. Beim Eintritt des Abgases in die Wirbulatoren wird das
Abgas durch die Fliehkraft stark nach aussen gedrückt, d. h. viel
Wärme wird abgegeben. Die Abgastemperatur hält sich unter 200 °C.
Im Schwachlastbereich haben die Anlagen eine niedrige Gasgeschwindigkeit - es
strömt mehr durch die Mitte der Wirbulatoren, man kann die Abgastemperatur
auf 130 °C halten und gibt weniger Wärme ab (kein
Sotten). Wichtig ist es, den Wärmetauscher sauber zu halten. Jede Rußschicht wirkt wie eine Isolierschicht, verhindert die Übergabe an das Heizungswasser und bedeutet somit Wirkungsgradverluste. Neu bei Holzheizsystemen ist die Berücksichtigung der Kesselwassertemperatur. War es bisher so, dass es genügte, die Abgastemperatur in vernünftigen Grenzen zu halten, so wird bei neuesten Anlagen auch die Kesselwassertemperatur gleitend anhand der benötigten Heizleistung mitgeregelt. Dafür ist jedoch eine spezielle Wärmetauscherkonzeption notwendig. |
Kesselaufbau mit Gegenstromwärmetauscher |
3) Bauliche Voraussetzungen für eine Pelletsanlage:
Die baulichen Voraussetzungen sollten anhand des Wärmebedarfes des jeweiligen Objektes angepaßt werden. Der Heizraum sollte sich direkt neben dem Lagerraum befinden. Das Heizgerät sollte an der Lagerraumwand aufgestellt werden können (passender Kaminanschluß), sodass eine möglichst direkte Schneckenaustragung gewährleistet wird. Die Größe des Rohrlagerraumes empfiehlt sich bei 15 kW Anlagen mit ca. 15 m³ = ca. 1m³/kW. Der Lagerraum ist auf jeden Fall gegen Feuchtigkeit von aussen zu schützen. Er ist so zu gestalten, dass die alten Holzpellets trotz Nachtanken vollständig entleert werden (schräger Boden zu Schnecke hin fallend). Die Lagerraumtüre ist staubdicht zu gestalten und gegen Pellets zu schützen. Einblaskupplungen sind von aussen gut zugänglich einzumauern bzw. in Fensteröffnungen zu integrieren (Achtung! Kupplungen müssen innen 100% glatt sein). Gegenüber der Kupplung muss eine Gummimatte als Prallschutz eingebaut werden (bei Wandabständen unter 4m). Der Lagerraum ist brandsicher zu gestalten. Saugleitungen in den Lagerraum müssen rückbrandsichere Sicherheitsabschottungen aufweisen. Der Schneckenwanddurchgang sollte isoliert (keine Schallübertragung) ausgeführt werden.
Der Kamin ist so zu dimensionieren, dass der vom Kessel benötigte Unterdruck (Sog) erreicht wird, das heißt: die Auslegung des Kamins muss immer auf den Holzkessel abgestimmt werden. Für ein modernes Holzverbrennungssystem ist ein konstanter Kaminzug sehr wichtig. Dieser kann durch den Einbau eines Kaminzugreglers sichergestellt werden. Es handelt sich hier um eine Klappe, welche bei zu großem Unterdruck aufgesaugt wird und sich die benötigte Luft als Nebenluft vom Heizraum holt. Der am Kessel wirksame Kaminzug bleibt stabil. Der Zugregler ist direkt in den Kamin oder in das Rauchrohr, jedoch nicht in Ventilatornähe (Überdruck) einzubauen.
4) Konstruktiver Aufbau einer Pelletszentralheizungsanlage
Einteilung nach dem Feuerungsaufbau:
| Unterschubfeuerung: Systeme - bei welchen die Holzpellets über eine sogenannte Stockerschnecke in eine meist schamottierte Verbrennungszone gefördert (geschoben) werden. Die Primärluftzuführung erfolgt meist über einen Stahl-Rost. Die Nachverbrennung erfolgt in den schamottierten Brennzonen durch Sekundärluftbohrungen, über welche das Schwelgasgemisch mit Nachverbrennungsluft durchmischt wird. |
![]() Unterschubfeuerung |
![]() Retortenfeuerung |
Retortenfeuerung: Systeme, bei welchen die Holzpellets über eine Förderschnecke in ein Stahlteller gefördert (geschoben) werden. Die Verbrennung erfolgt auf dem Stahlteller, in welchem die Primärluft zugeführt wird. Die Nachverbrennung erfolgt über einen Sekundärluftring über der Verbrennungszone, in welchem das Schwelgasgemisch mit Nachverbrennungsluft durchmischt (durchblasen) wird. |
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Fallsystem: |
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Anlagen, bei denen die Holzpellets über eine Schnecke hochgefördert werden und dann über einen Fallschacht in die Verbrennungszone fallen. In der Verbrennungszone entgasen die Pellets mit Hilfe von Primärluft auf einem Rost. Die Nachverbrennungsluft wird in einem aufgesetztem Verbrennungszylinder beigemischt. |
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Vorteile: |
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| Nachteil |
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Einteilung nach dem Aufbau der Anlage:
Pelletskompaktstationen:
Pelletsanlagen - bei welchen Wärmetauscher und Verbrennungsteil
untrennbar zusammengebaut sind. Diese kompakte Bauform ermöglicht eine
optimale Abstimmung der Funktionalität einzelner Anlagenkomponenten.
Pelletsbrenner - Anbaugeräte:
Pelletsanlagen - bei welchem der Brenner als eigenständige Einheit
in einen beliebigen Kessel eingebaut werden kann. Optimale
Nachrüstmöglichkeit auch für bestehende Anlagen. Jedoch
schlechtere Abstimmung und Funktionalität der einzelnen Bauteile.
Einteilung nach der Betriebsweise:
Konstanttemperaturbauweise:
Pelletsanlagen - bei welchen die Verbrennungsregelung eine konstant
bleibende Kesselwassertemperatur zur Folge hat. Die Anlagen arbeiten mit
stufenloser Leistungsanpassung und versuchen eine voreingestellte
Kesseltemperatur zu halten. Zum Schutz gegen Kondensat-Korrosion ist eine
wirksame Rücklauftemperaturhochhaltung zu installieren.
Niedertemperaturbauweise:
Neuartiges Konstruktionsprinzip:
Hierbei wird der Wärmetauscher konstruktiv so ausgeführt, dass das
rücklaufende Kesselwasser stufenweise vorerwärmt wird und erst nach
vollständiger Erwärmung auf die Vorlauftemperatur mit den
Wärmetauscherflächen in Berührung kommt. Dadurch wird auch bei
niedrigsten Kesseltemperaturen ein Unterschreiten der Taupunktgrenze
gewährleistet. Diese Bauweise bedingt im Normalfall eine
Gegenstromkonstruktion. Als Vorteil kann bei dieser Bauweise die
Kesseltemperatur anhand des Aussentemperaturwertes bzw. Wohnraumwertes bis auf
38 °C abgesenkt werden. Das bedeutet: mögliche Einsparungen an
Abstrahlverlusten (Kessel, Leitungen, Mischer) bis über 300 W, was bei 3
KW Leistung ein Wirkungsgradplus bis über 10% ergibt.
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Einteilung nach der Luftführung Überdruckkonstruktion:
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![]() Schnittbild einer modernen Pelletsanlage |
Unterdruckkonstruktion:
Die
Zuführung von Primär- und Sekundärluft erfolgt über ein
Saugzuggebläse, welches drehzahlgeregelt angesteuert wird und so die
Luftmenge dosiert. Diese Konstruktion erfordert engere Durchmesser im
Feuerraumbereich, um eine optimale Durchmischung von Luft und Gas zu erreichen.
Der Hauptvorteil liegt in einer höchst möglichen
Rückbrandsicherheit und in einer rückstaufreien Betriebsweise.
Einteilung nach den Raumaustragungsvarianten:
Tages- oder
Wochenbehälterausführung:
Ein angebauter Behälter wird
händisch durch den Betreiber gefüllt und reicht je zu beheizender
Wohnfläche und Aussentemperatur bis zu einem Monat. Im Idealfall wird
über Anzeige am Kessel oder Fernanzeige der Betreiber über die
Unterschreitung eines Mindestfüllstandes informiert. In diesem Fall sollte
die Anlage auf Frostüberwachung weiterlaufen. Die Schnecke darf niemals
entleert werden, um eine störungsfreie Weiterführung des Betriebes zu
gewährleisten.
Austragungsschnecke:
Ein
automatischer Komfort kann durch eine direkte Austragung aus dem Lagerraum
mittels Austragungsschnecke erreicht werden. Bei dieser Lösung muss der
Lagerraum direkt an den Kesselraum anschließen. Eine
rückbrandsichernde Maßnahme wie Zellradschleuse,
Rückbrandschleuse bzw. Sprinklereinrichtung ist erforderlich. Die
Austragungsschnecke ist die einfachste Lösung der Raumaustragung. Sie ist
problemlos, weitgehend verschleißfrei und annähernd
geräuschlos. Die Bauart der Schnecke sollte einen optimalen Füllgrad
von etwa 60% sicherstellen. Der Lagerraum muss mit einem schrägen Boden
versehen werden um ein Nachrutschen der Pellets zur Schnecke hin zu
gewährleisten. Folgende Schneckenlösungen werden angeboten:
![]() Gerade Förderschnecke |
Gerade Förderschnecke:
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Biegsame Schnecken: Möglichkeit verschiedenste Anschlußsituationen zu bewältigen, jedoch sehr hoher Verschleiß am Schneckenrohr.
Saugeinrichtungen:
A) Über Wochenbehälter:
Ein in den Wochenbehälter eingebauter Zyklon mit dicht
schließender Klappe wird in einzelnen Saugetappen vollgesaugt und in den
Wochenbehälter entleert, bis das benötigte Volumen nachgesaugt ist.
B) Über Tagesbehälter: Ein Zyklon, welcher den Tagesverbrauch einer Anlage beinhaltet, wird in einem Saugvorgang nachgesaugt. (Ideale Lösung - kurze Saugzeiten)
Saugentnahmeeinheiten:
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A) Lanze: Über eine Sauglanze (evtl. mit integrierter Rütteleinheit ) werden die Pellets gelockert und in den Behälter abgesaugt. Eine Lanze ist keine Lösung zur vollständigen Pelletentnahme, sondern muss umgesteckt werden können. Vor dem Nachtanken ist dafür Sorge zu tragen, dass die verbleibenden Pellets zusammengeschaufelt und vor den neuen Pellets entnommen werden. (Gefahr der Brückenbildung bei Sauglanzen) |
![]() Saugsystem mit Lanze |
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B) Dosierschnecke: Über eine doppelt gelagerte Schnecke werden die Pellets aus dem Lagerraum in eine Saugschleuse befördert, von wo aus diese mit einem Füllgrad von ca. 60% in den Behälter gesaugt werden. Systeme mit und ohne Retourluft. (Achtung: Pellets dürfen während des Saugvorganges nicht erwärmt werden, ansonsten Feuchtigkeitsaustritt und Staubbelegung) |
![]() Saugsystem mit Schneckenaustragung |
5. Emissionen und Wirkungsgrad an modernen Entwicklungen:
Letztendlich interessiert den Kunden, welche Wirkung diese Entwicklungen und Konstruktionen haben. Hier sind nur die wichtigsten Beurteilungswerte einer Anlage erwähnt (z. B. Guntamatic Biostar 15 KW):
CO
Kohlenmonoxyd (nicht restlos
verbrannter Kohlenstoff, Hauptkriterium zur Beurteilung einer Feuerung) Wert
für modernste Pelletsanlagen: ca. 70mg/Nm³ (Zum Vergleich:
Öl/Gas ca. 15 - 100 mg/Nm³)
CO2
Kohlendioxyd (zeigt den
Feuerungswirkungsgrad und die Qualität eines Verbrennungssystems) Wert
für modernste Pelletsanlagen: ca. 14% bei Nennlast; ca. 10% bei
Schwachlast
Staub
ist einerseits
abhängig von der Korngröße des Pelletsvormaterials andererseits
konstruktionsabhängig (Entspannungs- bzw. Staubabscheidungszonen) Wert
für modernste Pelletsanlagen: ca. 8mg/Nm³
Wirkungsgrad
Eine wichtige
Kenngröße ist der Wirkungsgrad. Bei den Angaben ist es wichtig zu
unterscheiden: feuerungstechnischer Wirkungsgrad (berücksichtigt nur
Abgasverluste, keine Abstrahlverluste) oder direkter Wirkungsgrad
(berücksichtigt alle Verluste wie Abstrahlverluste, Abgasverluste,
Stromverbrauch, Verbrennungsrückstände,..) Direkter Wirkungsgrad
für modernste Pelletsanlagen: ca. 90% (Zum Vergleich: Öl/Gas ca. 90%)
6. Ausblicke in die Zukunft:
Anlagen:
Innerhalb kürzester
Zeit ist es gelungen Anlagen zu entwickeln, welche nicht nur die Leistung
stufenlos dem Wärmebedarf des Hauses anpassen, sondern auch die
Kesseltemperatur gleitend verändern. Dadurch ergibt sich, dass der
effektive Jahresnutzungsgrad dieser Anlagen einer modernen Öl- oder
Gasanlage bereits heute weit voraus ist.
In der Zukunft wird es wichtig
sein, diese Techniken zu konsolidieren - also 100% betriebs- und ausfallsicher
zu gestalten. Die Servicedienste der einzelnen Anlagenanbieter müssen so
ausgebaut werden, dass jede Anlage innerhalb kürzester Zeit erreichbar
ist. Serviceverträge mit gezielten Wartungsintervallen für jede
Anlage sind anzubieten. Räumliche Voraussetzungen sind zu normieren.
Steckerfertige Lagersysteme müssen angeboten werden können.
Brennstoff:
Die
Pelletsqualität in Form des reinen Holzpellets, mit pflanzlichem
Bindemittelanteil unter 3%, Größe 6 mm und 10 mm, ist international
genauestens zu normieren, sodass jeder Kunde mit dieser Normbezeichnung
überall gleiche Qualität erhält. Weiters müssen andere
Normen Spielraum lassen für Weiterentwicklungen der Pelletsqualität
z.B. für pflanzliche Pellets. Es ist jedoch darauf zu achten, dass sich
diese Normbezeichnungen klar von der Bezeichnung der oben beschriebenen reinen
Holzpellets unterscheidet, sodass die Hersteller angeben können, für
welche Qualität ihre Anlagen geeignet sind. Strengste Prüfungen
müssen die Einhaltung der Brennstoffnormen garantieren. Auf industrielle
Fertigung ist zu achten. Die zukünftige Brennstoffherstellung aus
Energiewäldern muss in Form von Musteranlagen erprobt und optimiert
werden.
Logistik:
Neben dem Brennstoff
ist auch eine Sicherung der Logistik und des Transportes notwendig. Auch hier
müssen klare Normen und Prüfmethoden geschaffen werden. Es ist
weiters wichtig, einen Dachverband damit zu beauftragen, die
Brennstoffversorgung durch Marktbeobachtungsstudien in Form von
Herstellerkoordination bzw. Großlagerhaltung sicherzustellen. Wollen wir
mit diesen Holzpellets eine neue umweltfreundliche Zukunft des Heizens
einleiten, so ist es notwendig keinen Experimentiermarkt zu schaffen, sondern
einen industriellen Rahmen mit klaren Gegebenheiten für den Kunden
sicherzustellen.
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