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| Rindenbriketts | Die Konkurrenz | Anzünden | |||||||||
| Holzbriketts Die Konkurrenz schläft nicht - brennt aber auch nicht so schön! |
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Stückholz Es ist natürlich in jedem Fall sinnvoll, den Energieträger Holz den fossilen Energieträgern vorzuziehen. Doch Holz ist nich gleich Holz und schon gar nicht gleich Holzbrikett. Die Unterschiede zwischen "normalem" Holz und Holzbriketts sind so beachtlich,daß sie eine näherer Betrachtung verdient haben. |
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Holz ist naß. Vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber es ist so - leider. Frisch eingeschlagenes Holz aus dem Wald hat einen Wassergehalt von 50% bis 60%. Bei diesen Holzfeuchten ist eine sinnvolle Wärmegewinnung aus Holz nicht möglich, da der weit überwiegende Teil der im Holz gespeicherten Energie dazu verwendet werden muß, das im Holz selbst enthaltendne Wasser zu verdampfen. Daß ein solcher Verbrennungsprozeß auch nicht besonders sauber ist, weiß jeder, der versucht, im Herbst seine Gartenabfälle thermisch zu verwerten. Holzbriketts haben eine Holzfeuchte von ca. 8 - 10 %. Dieser Wert ist auf natürlichem Wege kaum zu erreichen - bedingt also eine technische Trocknung. Der Trocknungsprozeß ist aber nicht deswegen nötig, um Holzbriketts produzieren zu können, sondern um die eigentlichen Hauptprodukte, für die das Holz vorgesehen ist, herstellen zu können. Das können z.B. Hölzer für die Verwendung im Innenbereich (Stichwort Leimbinder) sein. Es ergibt sich zwangsläufig, daß die bei der Verarbeitung anfallenden Resthölzer (Späne) auch diese geringe Restfeuchte besitzen. |
Wenn eine ganze Kleingartenkolonie die Abfälle des Gartenjahres gleichzeitig verbrennt, kann dies schon mal den Unmut der Nachbarn hervorrufen. Ganz besonders dann, wenn der Kram auf Grund ungünstiger Witterung vor dem Verbrennen wieder nicht richtig trocken geworden ist. Foto: NaT-working Schüler/innenlabor |
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Waldholz muß also vor dem Verbrennen getrocknet werden. Da Otto Normalheizer in der Regel aber keine Trockenkammer besitzt, muß er die Natur für sich arbeiten lassen. Die macht das zwar ausgesprochen preiswert, aber in einer nicht gerade berauschenden Geschwindigkeit. Holz auf eine heizfähige Feuchte herabzutrocknen, dauert - eine sach- und fachgerechte Lagerung vorausgesetzt- ca. zwei Jahre. So können Holzfeuchten von 15 bis 20% erreicht werden. Viel mehr läßt sich auf natürlichem Wege nicht erreichen - man spricht dann von lufttrockenem Holz. |
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Der Heizwert des Holzes aber ist in erster Linie von der Holzfeuchte abhängig. Im Ergebnis heißt das nichts anderes, daß trockenes Holz mehr Wärme produziert als feuchtes. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies:
Da aber taucht das nächste Problem auf. Nicht genug damit, daß das Stückholz weniger Energie auf die Masse von einem Kilogramm vereinigen kann, man braucht auch noch sehr viel mehr Platz, um dieses eine Kilogramm zu lagern. Bedauerlicherweise besteht Holz nicht wie man etwa meinen könnte nur aus Holz, sondern auch aus Luft. Diese Luft ist zwar ganz praktisch, wenn Holz besonders leicht sein soll oder muß (z.B. Balsaholz - der geneigte Modellbauer wird zustimmend nicken -), erhöht aber auch das Volumen des Holzes. (Der geneigte Modellbauer wird wissend lächeln, wenn er sich vorstellen soll, seinen Bedarf an Brennholz ausgerechnet in Form von Balsaholz lagern zu müssen). Der dazu erforderlich Anbau an die zu beheizende Wohnfläche dürfte so ungefähr die Dimension einer Turnhalle erreichen. Es wäre also irgendwie praktisch, wenn man die lästige Luft aus dem Holz herausquetschen könnte, um in einem bestimmten Volumen möglichst viel Holz zu konzentrieren. Genau das aber wird bei der Brikettierung gemacht, und zwar so gründlich, daß diese Briketts nicht einmal mehr schwimmen - wechens die fehlende Luft! |
![]() Zecken, Spinnen und Würmer, Wölfe und Bären, das Letzte Einhorn und Förster Rombach - wer sein Brennholz unbedingt aus dem Wald heimschleppen möchte, sollte sich der damit verbundenen Gefahren bewußt sein. Dabei sind abgsägte Zehenspitzen und gespaltene Nasenbeine, wie sie beim Brennholz schnitzen durch den Ungeübten immer wieder vorkommen, noch nicht einmal mitgerechnet. Foto: Energieinstitut Vorarlberg |
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Weil Sie aber früher, als Sie noch ganz klein waren, Ihren Spinat nicht aufgegessen haben, reichen die Muckis heute nicht annähernd dafür aus, um aus einem Stück Holz die Luft zu drücken. Folge: Sie müssen diese ganze nichtsnutzige Luft mitlagern und verschwenden dabei sehr viel Platz. In welchen Holzarten viel und in welchen Holzarten wenig Luft eingeschlossen ist, merken Sie spätestens dann, wenn Ihnen so eine Meterstück mal auf den Fuß gefallen ist (Kiefer und Fichte = 1 Woche hinken, Eiche und Buche = 2 - 3 Wochen humpeln). |
Ersatzpotential Holzbriketts Mit
einer Tonne Holzbriketts können Sie die
Demnach wäre es durchaus eine Überlegung wert, den Brennholzbedarf demnächst mit Pockholz abzudecken. Allerdings dürfte dies an den nicht unerheblichen Transportkosten scheitern. |
Wenn Sie also "luftreiche" Holzarten in Ihre Vorratskammer stapeln, geht das relativ leicht (Luft brennt nicht, wiegt aber auch nichts) und gefahrlos (siehe Humpelfaktor 1), die gelagerte Energiemenge ist aber auch gering. Gerade mal auf 1.500 kWh bringt es ein Raummeter *) Fichteholz selbst bei einer Restfeuchte von nur noch 15%. Wenn Sie also die 5.000 kWh Energie, die wir Ihnen mal ebenso mit einer Palette Holzbriketts in den Keller stellen, durch Fichteholz ersetzen wollen, benötigen Sie dazu 3,3 Raummeter. Etwas günstiger sieht es bei Buche und Eiche aus. Diese Hölzer sind schwerer (mehr Holz, nicht so viel Luft), haben somit eine höheren Heizwert pro Raummeter - ca. 2.100 kWh/Raummeter. Hier genügen also knapp 2,4 Raummeter, um unsere Palette Holzbriketts im Heizwert zu ersetzen. Die Tatsache, daß das Verhältnis von Holzmasse zu Luft bei den verschiedenen Holzarten unterschiedlich ist, ist die Ursache dafür, daß es sinnvoll ist, Buchenbrennholz z.B. Fichtenbrennholz vorzuziehen. Die in einem vorgegebenen Volumen (Holzstück oder auch Raummeter) enthaltene Holzmasse ist höher, und damit auch der Energiegehalt und damit der Heizwert. Allerdings haben alle Holzarten einen nahezu identischen Heizwert, wenn man diesen nicht auf ein Volumen (z.B. Raummeter oder Ster) sondern auf die Masse - z.B. also auf ein Kilogramm) - reinen Holzes (Luft rausgequetscht) bezieht. Näme man es hier ganz genau, würde sich zeigen daß z.B. Fichte mit 4,5 kWh/kg einen höheren Heizwert besitzt als die vorhin noch so hochgelobte Eiche mit 4,2 kWh/kg (Zahlen jeweils für Holzfeuchte 15%). |
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Nichts anderes aber wird beim Brikettieren gemacht - aus dem Holz wird die Luft gedrückt ! Ergebnis: Es gibt kein leichtes und kein schweres Holz mehr, keines mehr mit viel und keines mehr mit wenig Luft. Es gibt nur noch verdichtete Holzfasern (Diese sind im Übrigen so stark verdichtet, daß Briketts im Wasser untergehen - das schafft keine Holzart - zumindest keine einheimische!). Das bedeutet aber auch, daß Sie jeden, der behauptet, Briketts aus Hartholz (mit dieser heroischen Formulierung sind im Allgemeinen Buche und Eiche gemeint) besäßen einen höheren Heizwert als Briketts aus Weicholz (Kiefer, Fichte etc.) gleich dem Arbeitsamt melden können, sofern die eine Stelle als Märchenonkel zu besetzen haben. |
*) Raummeter : Holzmaß aus der Forstwirtschaft. Bezeichnet die Holzmenge, die in einem Raum von 1x1x1 Meter gestapelt werden kann. | |
| Braunkohlebriketts Briketts lassen sich nicht nur aus Holz herstellen, sondern auch aus Lausitzer Muttererde - besser bekannt unter dem Namen Braunkohle. Braunkohlebriketts besitzen den Vorteil, daß sie einen etwas höheren Heizwert (5,5 kWh/kg) als Holzbriketts vorweisen können. Das ist wohl aber auch das mindeste was man nach mehreren Millionen Jahren Rummliegen erwarten kann. Immerhin schafft ein Stück Holz fast das Gleiche in wesentlich kürzerer Zeit. Außerdem hat die Kohle bei den Herstellungsverfahren die Nase vorn. Klare übersichtliche Produktionslinien beim Abbau im Tagbau ermöglichen ein recht gefahrloses und rationelles Arbeiten. Außerdem gibt es zum Schluß immer einen prima Badesee als Belohnung für die, die vorher etwas zur Seite rücken mußten, damit die Bagger immer schön geradeaus baggern konnten. Ganz anders im Wald - unübersichtlich und gefährlich - besonders Nachts, im Dunkeln und bei Sturm. Wilde Tiere, morsche Bäume, Förster Rombach und - als ob das alles nicht schon reichen würde - Maschinen zum Holzzerteilen, die eigentlich nur von Lebensmüden bedient werden können, wenn man an Motorsägen, Spaltgeräte und Hackebeile denkt. Aber wer´s unbedingt braucht ... . Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen, klingen die Vorteile, die das Holz zu haben scheint, irgendwie kleinkariert. Na gut, der Aschegehalt von Holz beträgt nur rund 1% im Gegensatz zu den bis zu 14% Asche, die bei der Verbrennung von Braunkohle anfallen. Doch das Wegtragen der ganzen Asche hält einen in Bewegung und diese wiederum hält jung. Da akzeptiert man dann auch so unbedeutende Nachteile wie den Umstand, daß das massenhafte Verbrennen von Braunkohle nicht ganz unschuldig am bemitleidenswerten Zustand einiger bekannter deutscher Waldgebiete ist oder auch, daß einige Querulanten noch immer ihre Vermutung in die Welt posaunen, daß das bei der Kohleverbrennung freiwerdende CO2 schuld am Treibhauseffekt und damit an der Erderwärmung wäre. Ja mei - die Deppen - würden die etwas weiter als von zwölf bis Mittag denken, wäre klar: Es kann doch nur gut sein, wenn das Klima durch das Verbrennen der vielen Kohle wärmer wird. Irgendwann braucht man dann nämlich gar nicht mehr zu heizen, die Luft wird prima sauber und auch den Bäumen gehts dann super-gut. Bis es allerdings soweit ist, muß sich das Grünzeug halt noch etwas zusammenreißen ! |
![]() In solch ebenso schönen wie übersichtlichen Landschaften gewinnt man ohne Risiko für Leib und Leben die gute Braunkohle. Die wird dann verheizt, davon gehen die Bäume ein und schwups ist man einen Konkurrenten los. Denn wo kein Baum, da kein Brikett - zumindest keines aus Holz. ![]() Leider ist das Gelände nicht in allen Fällen zum sofortigen Abbau der Braunkohle geeignet. Die moderne Technik hilft auch hier, die kleinen Unzulänglichkeiten von Natur und menschlicher Siedlungswut auszugleichen. Fotos: BUND NRW |
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